Mandy – Das Verhalten hat jetzt einen Namen
Über das Leben mit einem Pflegekind mit FASWillkommen bei Neulich im Therapie Café. Dem Podcast, in dem wir darüber sprechen, was nach und zwischen den Therapie-Sitzung geschieht. Ich bin Dr. Kerstin Klappstein, systemische Familientherapeutin und Traumatherapeutin und habe meine Praxis in Hamburg und berate auch online.
In meinem Podcast erzählen von Menschen von ihren Erfahrungen auf dem Weg durch die Therapie. Von Aha-Momenten, Veränderungen, Stolpersteinen und neuen Blickwickeln. Es geht hier nicht um Therapie im fachlichen Sinn, sondern um Geschichten die Menschen erleben. Also lehne Dich zurück, schnapp Dir einen Kaffee und komm mit in ein Gespräch voller Mut, Echtheit und Hoffnung.
Mandy ist Pflegemutter einer kreativen, mutigen und neugierigen Tochter. Als die beiden sich zum ersten Mal begegnen, ist für Mandy schnell klar: Das passt. Ein „Blind Date“, wie sie heute sagt, aus dem Familie wird.
Doch schon die erste gemeinsame Zeit zeigt, wie herausfordernd ihr Alltag werden kann. Plötzliche Wutausbrüche, Schwierigkeiten mit Konzentration und Erinnern, Unsicherheit bei alltäglichen Abläufen – zunächst lassen sich viele dieser Verhaltensweisen auch mit den traumatischen Erfahrungen ihrer Pflegetochter erklären. Bis Mandy beginnt, genauer hinzuschauen und sich mit dem Fetalen Alkoholsyndrom, kurz FAS, auseinanderzusetzen.
Als schließlich die Diagnose gestellt wird, ist sie für Mandy vor allem eines: eine Erleichterung. Denn plötzlich hat das, was vorher schwer einzuordnen war, einen Namen. Und damit entstehen neue Möglichkeiten, ihre Tochter besser zu verstehen und Unterstützung anders zu gestalten.
In dieser Folge sprechen Mandy und Dr. Kerstin Klappstein darüber, wie unterschiedlich sich FAS zeigen kann. Ihre Tochter kann sich zum Beispiel Liedtexte oder alles über ihre Lieblingstiere merken – und gleichzeitig können bereits gelernte Fähigkeiten wie das Schuhebinden plötzlich wieder verschwunden sein. Genau diese Gegensätze machen deutlich, warum es im Alltag nicht die eine richtige pädagogische oder therapeutische Lösung gibt.
Es geht um Regeln und Strukturen, um Schule und Schulbegleitung, um flexible therapeutische Wege und um die Frage, wie Eltern lernen können, immer wieder neu auf das zu schauen, was ihr Kind gerade braucht. Und auch darum, wie wichtig Unterstützung für die Erwachsenen selbst ist. Mandy erzählt offen davon, wie sie irgendwann erkennen musste: „Ich schaffe das doch nicht alleine.“
Zum Ende wird das Gespräch auch gesellschaftlich: Wie selbstverständlich gehört Alkohol für uns zu vielen Situationen? Warum muss man sich häufig rechtfertigen, wenn man nicht trinkt? Und warum wissen noch immer so viele Menschen so wenig darüber, welche Folgen Alkohol in der Schwangerschaft für ein ungeborenes Kind haben kann? Für Mandy hat das Leben mit ihrer Tochter auch ihren eigenen Blick auf Alkohol grundlegend verändert.
Das FASD Fachzentrum Hamburg e. V. bietet Betroffenen, Familien und Fachpersonen Informationen, Beratung, Fortbildung und Vernetzung rund um Fetale Alkoholspektrumstörungen.
Du siehst keinen Web-Player? Akzeptiere alle Cookies, damit die Einbindung funktioniert oder folge einfach dem Button auf die Podigee-Seite.
Sie wünschen sich eine Gesprächspartnerin, mit der Sie allein oder auch gemeinsam als Paar über diese Fragen & Themen ins Gespräch kommen können? Ich begleite Sie gern! Nehmen Sie online Kontakt zu mir auf und vereinbaren Sie einen ersten Gesprächstermin.