Warum Verstehen oft wichtiger ist als Konsequenz

Über das Leben mit FASD
26. August 2026

Willkommen bei Neulich im Therapie Café. Dem Podcast, in dem wir darüber sprechen, was nach und zwischen den Therapie-Sitzung geschieht. Ich bin Dr. Kerstin Klappstein, systemische Familientherapeutin und Traumatherapeutin und habe meine Praxis in Hamburg und berate auch online.

In meinem Podcast erzählen von Menschen von ihren Erfahrungen auf dem Weg durch die Therapie. Von Aha-Momenten, Veränderungen, Stolpersteinen und neuen Blickwickeln. Es geht hier nicht um Therapie im fachlichen Sinn, sondern um Geschichten die Menschen erleben. Also lehne Dich zurück, schnapp Dir einen Kaffee und komm mit in ein Gespräch voller Mut, Echtheit und Hoffnung.

FASD ist keine Frage schlechter Erziehung und auch kein Mangel an Willen. In dieser Folge vertieft Dr. Kerstin Klappstein das Thema Fetale Alkoholspektrumstörung und erklärt, warum Kinder mit FASD Verhalten, Regeln und bereits erlernte Fähigkeiten nicht immer zuverlässig abrufen können.

Es geht darum, was diese Besonderheiten für Familien, Schule und therapeutische Begleitung bedeuten, warum klassische Erziehungsratschläge häufig nicht funktionieren und weshalb Unterstützung manchmal bedeutet, die Umgebung an das Kind anzupassen – statt umgekehrt.

Außerdem spricht Kerstin über Prävention und gesellschaftliche Verantwortung: über Alkohol in der Schwangerschaft, Information statt Beschämung und darüber, wie wir Familien mit FASD mit mehr Verständnis und weniger vorschnellen Bewertungen begegnen können.

FASD ist keine Frage schlechter Erziehung und auch kein fehlender Wille. Die Fetale Alkoholspektrumstörung kann beeinflussen, wie Kinder lernen, sich erinnern, Regeln umsetzen, Reize verarbeiten oder Konsequenzen einschätzen.

In dieser Folge vertieft Dr. Kerstin Klappstein das Thema aus der vorherigen Folge mit Mandy. Sie spricht darüber, warum klassische Erziehungsratschläge bei Kindern mit FASD oft nicht funktionieren und weshalb Eltern, Pflegefamilien, Schulen und therapeutische Begleitung immer wieder neu schauen müssen: Was kann dieses Kind gerade leisten – und welche Unterstützung braucht es?

Außerdem geht es um Prävention und gesellschaftliche Verantwortung. Denn während der Schwangerschaft gibt es keine bekannte sichere Menge Alkohol. Dabei geht es nicht um Schuld oder Beschämung, sondern um Information, Unterstützung und einen selbstverständlicheren Umgang mit Alkoholverzicht.

Ein zentraler Gedanke der Folge: Nicht das Kind muss sich an eine Welt anpassen, die für sein Gehirn nicht gemacht ist. Wir dürfen die Welt ein Stück weit an das Kind anpassen.

Das FASD Fachzentrum Hamburg e. V. bietet Betroffenen, Familien und Fachpersonen Informationen, Beratung, Fortbildung und Vernetzung rund um Fetale Alkoholspektrumstörungen. Mehr Informationen

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